Schlosspark Eisenstadt

Der Park und das Schloss wurden für die Familie Esterházy errichtet. Die ursprünglich barocke Anlage wurde im frühen 19. Jahrhundert in einen Landschaftsgarten umgestaltet und erweitert. Sie liegt in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums von Eisenstadt.

Seit einiger Zeit werden gartendenkmalpflegerische Maßnahmen auf Grundlage eines Parkpflegewerks durchgeführt. Eine Besonderheit im Park stellt zum Beispiel das bereits wiederhergestellte Ensemble um den Leopoldinentempel dar, das aus dem Tempel selbst, einer Felskulisse mit einer Schlucht und einem Teich besteht. Die renovierte Orangerie mit der vorgelagerten Terrasse ist eine der bedeutendsten und schönsten Österreichs und kann für Veranstaltungen und Feierlichkeiten gemietet werden. Besonders erwähnenswert ist auch das Maschinenhaus, Aufstellungsort für die erste Watt’sche Dampfmaschine im Habsburgerreich.

Rundgang - Sehenswertes

Bei einem Rundgang durch den Park fällt zunächst die gut erhaltene und hervorragend renovierte Parkarchitektur auf. Prägend für den Park ist auch die Vielzahl unterschiedlicher Teiche, künstlicher Felspartien und malerischer Baumgruppen. Sie bilden eingebettet in offene Wiesenflächen und dichte Gehölzgruppen, die Basis für reizvolle Bilder und überraschende Blickbeziehungen im Landschaftspark.

Beginn eines Rundgangs kann der unmittelbar am südöstlichen Parkeingang gelegene Maschinenteich mit dem Maschinenhaus sein. Das Maschinenhaus wurde von Charles de Moreau geplant und beherbergte die 1803 von Fürst Nikolaus II. in London erworbene Watt’sche Dampfmaschine. Diese älteste Dampfmaschine Mitteleuropas betrieb das Pumpwerk für die Versorgung des künstlichen Wasserfalls.

Am westlichen Ufer des Maschinenteichs vorbei, steigt der Weg rasch an, quert den im Wald gelegenen Bachlauf und öffnet gleich danach den Blick auf die Kastanienallee und die Orangerie. Die vorbildlich renovierte Orangerie war im frühen 19. Jhdt. wegen ihrer reichen Pflanzensammlung sowie der Größe und Anzahl der Gewächshäuser die bedeutendste Anlage Österreichs.

Das Orangerie-Parterre entstand in seiner heutigen Struktur im frühen 20. Jahrhundert. Es bildet mit seinen in Kegelform geschnittenen Eiben, den Blaufichten und Kaukasustannen sowie der Reihe rotblühender Kastanien einen reizvollen, formalen Kontrast zum Englischen Stil des Parks. Eines der wenigen aus dem Barockgarten übernommenen Elemente ist die Kastanienallee. Ehemals war die Kastanienallee zweireihig und im strengen Kastenschnitt gezogen. Heute sind in diesem Bereich nur mehr Reste der ehemaligen Konzeption erhalten.

Weiter in westlicher Richtung führt der Weg zu Leopoldinenteich und Leopoldinentempel. Der Teich mit der Felsenschlucht und dem Wasserfall soll nach Wiederherstellung des Wasserleitungssystems wieder zur Gänze saniert werden. Der ab 1812 errichtete klassizistische Tempel ist Leopoldine, der Tochter des Auftraggebers Nikolaus II., gewidmet. Als Zitat des berühmten Sibyllentempels in Tivoli bei Rom bildet er den Gipfelpunkt einer künstlich geschaffenen Felslandschaft und ist das malerische Gegenstück zur monumentalen Gartenfassade des Schlosses. Der Leopoldinentempel ist heute wieder eindrucksvoll renoviert. Gleich östlich anschließend findet sich die Tulpenbaumwiese mit einigen Exemplaren aus der Entstehungszeit des Gartens. Besonders im Herbst ist die leuchtend gelbe Verfärbung des einzigartigen Laubes der Tulpenbäume beeindruckend.

Der Weg oberhalb des Leopoldinentempels führt in nordöstlicher Richtung zuerst zum Obeliskteich und danach zum Obelisken. Der Obeliskteich ist der höchstgelegene Teich des Parks und dient als Wasserspeicher für alle anderen Teiche. Den Obelisken an der höchsten Stelle des Parks ließ Fürst Nikolaus III. 1871 zum Gedenken an seine im Alter von nur 31 Jahren verstorbene Gemahlin, Lady Sarah Child-Villiers of Jersey, errichten. Die derzeit noch waldartige Umgebung des Obelisken wird demnächst gartendenkmalpflegerisch saniert.

Beim Abstieg kann noch ein Abstecher zum oberhalb der Orangerie gelegenen, weitgehend verfallenen Herzerlteich gemacht werden, der ebenfalls zur Sanierung ansteht. In der Umgebung sind schöne Exemplare von Gleditschie und Geweihbaum zu finden.


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