Neusiedler See
Welterbe und Erlebnislandschaft


Er ist einer der wenigen Steppenseen in Europa, der Neusiedler See, und er liegt sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet. Das alleine machte dieses Gewässer schon spannend. Sein wesentlich größerer österreichischer Anteil macht ihn zum größten österreichischen Gewässer! Die ganz auf österreichischem Gebiet liegenden Seen, etwa im Salzkammergut, sind um einiges kleiner und Österreichs Anteil am größeren Bodensee ist eher gering.

Der See selbst zeichnet sich durch seinen unvergleichlichen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes, aber windiges Klima aus. Übrigens wird das Schilf des Neusiedler Sees immer noch für die typischen pannonischen Dächer verwendet! Seine einzigartige Fauna und Flora macht ihn nicht nur seit Jahrzehnten zum Ziel von Forschern und Fachleuten, sondern wurde durch die Errichtung der beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fertő-Hanság sowie durch die Ernennung zum UNESCO-Welterbe mit der Bezeichnung Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See geschützt. Einige Fakten:

 

Ausmaße

Die Seefläche beträgt je nach Wasserstand durchschnittlich 285 km², wovon 220 km² in Österreich und 65 km² in Ungarn liegen. Der österreichische Teil bildet damit die größte Seefläche in Österreich. Das Einzugsgebiet des Sees beträgt 1120 km². Die Hauptausdehnung in nord-südlicher Richtung beträgt 34 Kilometer, die Breite (von Ost nach West) zwischen 4,5 und 8 Kilometer. Die Höhe der Erdkrümmung beträgt zwischen Neusiedl am See und Mörbisch 9,60 Meter. Damit kann man in Bodennähe nicht von einem Ende zum anderen sehen!

 

Schilfgürtel

Der den See fast vollständig umgebende Schilfgürtel bietet Lebensraum für eine einzigartige Tierwelt und ist nach dem Donaudelta das größte zusammenhängende Schilfgebiet in Europa. Durch die vorherrschende nordwestliche Luftströmung wächst am Ostufer deutlich weniger Schilf als am Westufer. Bei Donnerskirchen ist der Schilfgürtel bis zu fünf Kilometer breit. Podersdorf dagegen liegt am einzigen schilffreien Strandabschnitt von zwei Kilometern

Länge. Der Schilfgürtel ist ab 1909 bis 1965 stark aber natürlich angewachsen und bedeckt heute eine Fläche allein auf österreichischem Staatsgebiet von annähernd 100 km².

 

Umland

Der See selbst liegt in der Kleinen Ungarischen Tiefebene, die den westlichen Ausläufer der Ungarischen Tiefebene darstellt. Er wird im Nordwesten von den letzten Ausläufern der Alpen, dem Leithagebirge, und im Norden von der Parndorfer Platte begrenzt. Weiters liegt der Seewinkel im Osten, das Ruster Hügelland im Südwesten und der Waasen, ungarisch auch Hanság genannt, im Süden und Südosten.

 

Wasserhaushalt

Der seichte See wird überwiegend durch Niederschläge gespeist und durch Verdunstung entwässert. Dadurch ist der Wasserstand den Wetterbedingungen unterworfen und schwankt naturgemäß stark. Der Wasserspiegel liegt im Mittel bei etwa 115,45 m ü. A., die maximale Tiefe beträgt nur 1,8 Meter. Die jährliche Schwankungsspanne liegt bei 60 bis 80 Zentimeter. Im August werden normalerweise die niedrigsten Wasserstände gemessen.

 

Wassertemperatur

Das Wasser des seichten Sees nimmt rasch die Temperatur der Luft an. So werden an besonders heißen Tagen leicht Wassertemperaturen bis an die 30 °C erreicht; allerdings kühlt der See bei Durchzug einer Gewitterfront auch wieder rasch ab. Im Sommer werden durchschnittlich 22 bis 23 °C gemessen.

 

Bade- und Hafenanlagen am Neusiedler See

Bade- und Hafenanlagen rund um den Neusiedler See haben im Bezirk Neusiedl am See die Orte Illmitz, Podersdorf, Weiden, Neusiedl am See, Jois und im Bezirk Eisenstadt-Umgebung Breitenbrunn am Neusiedler See, Purbach am Neusiedler See, Oggau, die Freistadt Rust und Mörbisch am See in Österreich sowie Fertőrákos in Ungarn.